Ein Stern am Überetscher Firmament / Ein beleuchteter Parkplatz auf dem sich die Nachtschwärmer tummeln – es wird gegrölt, gelacht, heimlich werden Küsse und Versprechen getauscht. Am Strassenrand funkelt ein Leuchtschild einzig mit dem Sternenhimmel um die Wette. Eine rettende Insel für die Schlaflosen und Nimmersatten. In seiner Installation lauert Helmut Heiss dem Common Sense im Schutz der Dunkelheit auf und bringt so den Rausch, die Langeweile, den Überdruss und die Freude miteinander zu tanzen und zu feiern ans Licht. Die Protagonisten seiner Videoreportage erinnern sich an die grossen Momente und überstanden Nächte in der Provinz.
Einige Auszüge aus den Interviews der Videoreportage:
Elmar Gelmini: Ich habe mich schon mit Achtzehn im Gastgewerbe selbständig gemacht. Vorher habe ich im Cavallino in Jesolo gearbeitet und Geld verdient, dort habe ich herausgefunden was ich machen möchte. Danach habe ich hier die Lage ausgekundschaftet, bin die alte Bahntrasse entlang gegangen und habe mich gefragt wo der ideal Ort für ein solches Lokal wäre – ausserhalb vom Dorf, damit es keine Lärmbelästigung für die Anrainer gibt. Ich hatte grosses Glück mit einem Bauern zu verhandeln und hab den Grund gekauft. Es war ein grosser persönlicher Stolz, zu sagen dieses Stück Grund gehört jetzt mir. Mein Bruder der Architekt ist, hat dann alles geplant. Das war sehr gediegen. Ich selber habe fast mehr am Bau gearbeitet als die Baufirmen. Jede Fliese hatte ich in der Hand. Die Eröffnung war am Pfingstsamstag. Im August waren dann die Flippers da, denn ich wusste jetzt braucht es einen Knüller. Damals war auch der RAI Sender Bozen vor Ort. Ein Schulkollege von mir arbeitete da und fand es interessant das live zu übertragen. Sie konnten zwar nicht sagen live vom Juwel in Eppan, sondern von einem neuen Tanzlokal im Überetsch. Auch die Zeitungen haben darüber berichtet. Somit wurde das Kind Südtirol weit bekannt.
Melanie : Das Juwel hat immer als uncool gegolten, es war immer nur eine Notlösung. Aber ich glaube es war auch schick das so zu sagen – denn es war nicht schlecht – aber irgendwie wollte das niemand zugeben, also nicht die Leute mit denen ich unterwegs war. Auf die Frage was tun wir heute Nacht eine Antwort zu finden war mühselig, jeden Samstag dieselbe Diskussion. Dafür alleine sind schon mehrere Stunden draufgegangen. Juwel? Nein. Ja. Ähh…und so war es immer eine Notlösung. Keine Ahnung warum. Nach dem Juwel konnte man nirgendwo mehr hingehen, höchstens zu jemanden nach hause. Aber es hat nichts anderes gegeben, ausser die Virglvariante, Würstelessen (lacht). Das war natürlich super, denn die Typen mit denen ich unterwegs war sind wahnsinnig auf ihre Autos gestanden. Sie hatten auch den passenden Spoiler für die Würstchen (lacht). Dort war es sehr wichtig das richtige Auto zu haben. Es war auch auf dem Discoparkplatz wichtig zu wissen wer welches Auto hat.
